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Informationsflüsse in komplexen Netzwerken
liefern nicht nur interessante Aufschlüsse über die zugrunde liegenden Kommunikationsstrukturen, sondern ermöglichen auch Einblicke in die Rollen einzelner Mitglieder im Rahmen globaler Organisationsgefüge. Solche Zusammenhänge, die beispielsweise in globalen Märkten, sozialen Netzwerken und technischen Systemen beobachtet werden, sind auch und gerade in der Hirnforschung besonders wichtig.

Strukturen und Funktionen des Gehirns
sind enorm vielschichtig und geben ihre komplexen Beziehungen oft nur nach erheblichen Anstrengungen preis. Unser Ziel ist die Durchdringung der Kommunikationsstrukturen des Gehirns zur Charakterisierung der Rollen seiner anatomischen Bestandteile und zum Verstehen der Informationsflüsse zwischen seinen Komponenten. Diese Systemanalysen sollen ein tieferes Verständnis von Gehirnerkrankungen ermöglichen und Hinweise für gezielte Therapieansätze geben.

Neuroinformatik und Computational Neuroscience
heißt dieses Arbeitsgebiet. Unser Methodenspektrum rekrutiert Ansätze aus Datenbankprogrammierung, Statistik, Computersimulation und Systemtheorie und konfrontiert diese mit einer Vielfalt von experimentellen neurobiologischen Daten zur Struktur und Funktion des Nervensystems.

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Rolf Kötter. 01/2006.